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Ulcus cruris
 
(Unterschenkelgeschwür, umgangssprachlich offenes Bein)
 
 co Redlinux
 
 
 Hautdefekt am Unterschenkel, reicht mindestens bis in die Lederhaut
 Einzeln oder mehrfach auftretend
 
Ursachen
 
 85% venös bedingt (Ulcus cruris venosum)
 Selten arteriell bedingt (Ulcus cruris arteriosum)
 Kombinierte Formen kommen vor (Ulcus cruris mixtum)
 
 
Typische Veränderungen
 
 Glänzende, dünne, leicht verletzbare Haut durch Elastizitätsverlust
 Oft braun-gelbe Verfärbung (besonders bei venösem Grundleiden
 Verletzungsbedinge unregelmäßige kleine Narben (Schlechte Heilung)
 Entzündliche Veränderungen (Bakterielle oder mykotische Folgeinfektion
 Nagelveränderungen
 Harte, rote, schmerzhafte „Platten“ (Kurz vor Ulcusentwicklung)
 
 
Lokalisation
 
 

Venös bedingtes Ulcus cruris

 
 Bei chronisch-venöser Insuffizienz
 Meist Innenknöchel und medialer Unterschenkel
 Münz- bis handtellergroß
 Kann bis zum Knochen reichen
 Geschwür meist durch Folgeinfektionen schmierig-eitrig belegt
 Ulcusränder wulstig und verhärtet
 

 

Arteriell bedingtes Ulcus cruris

 
 Meist Endzustand einer chronischen Verengung und Verschluss der Extremitätenarterien
 Polyneuropathie (Nicht-verletzungsbedingte Erkrankung mehrerer peripherer Nerven mit möglicher Beeinträchtigung sensibler, motorischer und vegetativer Nerven, (z.B. Spätkomplikation des Diabetes mellitus oder Alkoholabusus)
 Besonders an Zehen und Druckstellen
 Betroffen: Haut, Weichteile, Knochen
 
 
 
Entstehung arterieller und venöser Ulcus cruris
 
 Ein arterieller Ulcus kann durch die Ödembildung ein venöses Ulcus zur Folge haben
 
 
Pflegemaßnahmen bei Ulcus cruris
 
 Gegen den erhöhten Innendruck in den Gefäßen einen erhöhten Außendruck setzen
 Kompressionsverband
 Keine Bettruhe
 Viel Bewegung (Gestautes Blut sollte abgepumpt werden)
 
 
Wundversorgung
 
  • Immer nach ärztlicher Anordnung oder Anordnung des Wundmanager
  • Immer die Herstellerangaben im Beipackzettel beachten
 
 Wundreinigung (mit Ringerlösung spülen oder mit getränkten Kugeltupfern vorsichtig säubern)
 Für den Wundverband stehen moderne Wundauflagen zur Verfügung
 Nehmen Wundsekret auf (Gelkissen)
 Haften nicht auf der Wunde
 Verkleben nicht mit der Wunde
 
Nach der Wundversorgung wird das Bein gewickelt. Bei venös bedingten Ulcus cruris kann ein Polster zwischen Wunde und Druckverband angebracht werden, nicht bei arteriell bedingten Ulcus cruris. 
 
Hautpflege
 
 Die Umgebung des Ulcus cruris mit ÖL reinigen und nach ärztlicher Anordnung eincremen.
 
 Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem und die Abheilung des Ulcus cruris. 
 „S-L-Regel“: Laufen und Liegen statt Stehen und Sitzen. 
 Fußgymnastik und kaltes Wasser statt warmes Wasser unterstützen die Durchblutung.
 Hygienische Verbandswechsel müssen durchgeführt werden.

 

Verbandswechsel

 

Funktion und Ziel von Verbänden

 

Ziel: Wundschutz und Förderung der Wundheilung

 

Verbände dienen

  • dem Schutz
  • Fernhaltung von Wundinfektionserregern
  • Entlastung
  • Ruhigstellung
  • Kompression
  • Sekretaufnahme
  • Blutstillung,
  • Kälte-, Wärmebehandlung
  • Medikamentöse Behandlung

 

Auswahl des Verbandmaterials und Verbandtechnik ist abhängig von der Indikation (lat. indicare = anzeigen) und Behandlungsziel

Funktion

Ziel

Verbandstoff

Indikation

Wund- oder Schutzverband

Rasche Wundheilung,

Schutz vor Infektion,

Schutz der Wundumgebung vor Erregerausbreitung, Schutz vor Austrocknung, Befestigung der Wundauflagen

Kompressen und Pflaster, Wundschnellverband, Medikamententräger

Operationswunden, septische Wunden, Hauterkrankungen

Stützverband

Ruhigstellung

Gipsbinden, Gipsschienen, Pflasterbinden, Tape, Zinkleimbinden

Frakturen, Distorsionen (Verstauchungen, Verdrehungen), Bänder

Kompressions-
verband

Verbesserung der Durchblutung, Vermeidung von
Ödemen und Ergüssen, Blutstillung

Elastische Binden, Schaumgummibinden, klebebeschichtete Binden

Thromboseprophylaxe, Blutungen

 

Verbandswechsel für den Wund- oder Schutzverband

 

Das Verbandmaterial muss steril (keimfrei) sein und je nach Wundart unterschiedliche Eigenschaften aufweisen (z.B. bei nässenden Wunden muss das Verbandmaterial hohe Saugfähigkeit aufweisen).

Wundbehandlung bzw. der Verbandwechsel gehören zur Behandlungspflege und sind damit Leistungen, die vom Arzt oder einer Fachpflegekraft erbracht werden. Fachpflegehilfskräfte sind zur Behandlungspflege nicht berechtigt, da sie hierfür nicht ausgebildet sind.

 

Der Verbandswagen

  • soll geschlossen sein, damit das Material staubfrei bleibt
  • die Oberfläche soll glatt sein und dient als Arbeitsfläche
  • am Verbandwagen muss ein Behälter mit Desinfektionsmittellösung zur Aufnahme verwendeter Instrumente sein
  • außerdem muss ein Abwurf für gebrauchtes Verbandmaterial vorhanden sein
  • Der Verbandwagen muss nach Gebrauch gereinigt, desinfiziert und aufgefüllt werden

             

Durchführung

  • keine Raumreinigung unmittelbar vor dem Verbandswechsel durchführen
  • Fenster schließen und für Sichtschutz sorgen
  • für ausreichende Beleuchtung sorgen
  • den Patienten vor dem Verbandswechsel informieren
  • Patient angenehm lagern
  • aseptische Wunden werden vor septischen Wunden verbunden
  • Wundreinigung bei septischen Wunden von außen nach innen
  • Wundreinigung bei aseptischen Wunden von innen nach außen
  • Händedesinfektion
  • Materialzusammenstellung
  • sterile Materialien immer patientenfern, unsterile patientennah abstellen
  • beim Verbandwechsel stets sterile Handschuhe tragen
  • vor Beginn chir. Händedesinfektion
  • alten Verband kontrollieren auf Sekret (Farbe, Geruch, Aussehen, Menge) und Inspektion der Wunde (Entzündungszeichen)
  • nach dem Verbandwechsel den Patienten wieder bequem lagern
  • gebrauchte Instrumente in die Desinfektionslösung einlegen
  • hygienische Händedesinfektion
  • Dokumentation

 

Desinfektionsmittelbehälter und Gegenstände zur mehrmaligen Anwendung dürfen nicht mit Handschuhen angefasst werden, die vorher mit der Wunde oder dem bereits benützten Verbandmaterial in Berührung gekommen sind.

 

Bei Kompressionsverbänden beachten
  • hygienische Händedesinfektion
  • Patienten informieren, in der Regel hinlegen
  • Faustregel: Bindenbreite = Durchmesser des zu verbindenden Körperteils
  • Rechtshänder halten Bindenanfang in der linken, Bindenkopf in der rechten Hand
  • Wickelrichtung bei fast allen Verbänden herzwärts
  • Verband in der Stellung anlegen, die der verletzte Körperteil später einnehmen soll (physiologische Mittelstellung)
  • Bindenkopf dicht am Körper abrollen
  • Binde unter leichtem Zug abwickeln
  • Bindentouren sollen sich zur Hälfte bis zwei Drittel decken
  • Verband darf nicht einschnüren oder abrutschen
  • Verbandabschluss nie an verjüngenden Körperstellen
  • Abnahme des Bindenverbandes dicht am Körper, bzw. mit der Verbandschere aufschneiden und entsprechen ver-, entsorgen