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Wärmetherapie
                    

Die Wärmetherapie ist eine Form der Thermotherapie. Zur Thermotherapie gehört auch die Kältetherapie.

Es gibt Hinweise, dass bereits in der Steinzeit Wärme und Kälte therapeutisch genutzt wurden. In der traditionellen chinesischen Medizin wurde die Therapieform „Moxibustion“ angewendet. Dazu wurden Wärmequellen wie beispielsweise glimmendes Beifußkraut an den Akupunkturpunkten angebracht. Damit sollte Nässe und Kälte als gesundheitsschädigend aus dem Körper vertrieben werden. In der heutigen Medizin wird anerkannt, dass die Moxibustion die Gewebedurchblutung steigert und das Immunsystem stärkt.

In der Antike beispielsweise wurden Sandbäder eingesetzt zur Wärmebehandlung. Der durch die Sonne aufgeheizte Sand als Unterlage schmiegte sich an die Körperkonturen, lockerte die Muskeln und wirkte wohltuend bei Rücken- oder Gelenkproblemen.

Nordamerikanische Indianer verknüften die Inipi, Schwitzhütten, mit Zeremonien, um den Geist, Seele und Körper als Einheit zu reinigen und zu heilen. Dazu wurden auch ätherische Dämpfe durch bestimmte Kräuter genutzt, die die Wirkung verstärkten. Oft wurde vor der Inipi-Zeremonie gefastet.

 

 

Die Wikinger kannten bereits die Sauna, Thermalbäder gab es in Mitteleuropa schon im Mittelalter und auch für Sebastian Anton Kneipp (17.5.1821 - 17.6.1897) spielte Wärme in seiner Hydrotherapie eine wesentliche Rolle.

 

Der kurze Wickel nach Kneipp kann auch als heißer Kräuterwickel durchgeführt werden (public domain)

 

Wirkung

Wärme wird zur Behandlung von Schmerzen und nichtentzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Die Muskulatur wird entspannt, die Durchblutung durch Weitung der Gefäße gefördert, Schmerzen gelindert, die Elastizität des Bindegewebes verbessert, der Stoffwechsel angeregt, der Sauerstofftransport erhöht, das Immunsystem gestärkt, das gefühlte Wohlbefinden gesteigert. Die Wärmetherapie darf nicht bei Dyspnoe, Herzinsuffizienz, Entzündungen oder akuten Erkrankungen mit körpereigener Wärmeentwicklung wie Fieber angewendet werden.

 

Wasser kombiniert mit Wärme, public domain

 

Anwendungsbereiche

In der Laienpflege wird Wärme schon immer in unterschiedlichsten Formen als Hausmittel eingesetzt, zum Beispiel Rotlicht, Kirschkern- oder andere Körnerkissen, heiße Steine, in Verbindung mit Wasser wie Wärmflasche, heiße Teil- oder Vollbäder, heiße Rolle, mit Heilmitteln wie Wickel, Auflagen, Kompressen, Dampfbäder, etc. Die Anwendungsgebiete sind zahlreich: von Bauchschmerzen über unreine Haut bis zu grippalen Infekten. Rotlicht wird auch gerne bei Bronchitis oder Nasennebenhöhlenentzündungen angewendet. Das sollte aber mit dem Arzt abgesprochen sein.

Einpackung und Sitzbad nach Kneipp

Die Wärmetherapie spielt in der Physiotherapie eine wichtige Rolle. Die Physiotherapie wendet äußerlich Heilmittel und Methoden nach ärztlicher Anordnung an, um die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers zu erhalten oder zu fördern. Fangopackungen, Massagen mit Wärmeunterstützung, z.B. durch wärmende Salben, aber auch Ultraschall (Erwärmung durch mechanische Energie der Ultraschallwellen) oder Hochfrequenzen (Erwärmung durch elektromagnetische Felder) werden therapeutisch genutzt. .

In der alternativen Medizin wird die Hyperthermie (griech. Überwärmung) eingesetzt zur Bekämpfung von Krebs oder Metastasen. Dazu wird der Körper überwärmt durch Infrarotstrahler (Lichtenergie), Mikro- oder Radiowellen. Die Schulmedizin bedient sich zunehmend ebenfalls der Hyperthermie als Ergänzung zur Strahlen- und Chemotherapie, besonders bei sogenannten „austherapierten“ Patienten.

 

Wasseranwendungsformen (public domain)

 

Anwendungsgebiete

  • Chronische Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, beispielsweise Arthrose oder muskuläre Verspannungen, in Kombination mit anderen physikalischen Maßnahmen wie zum Beispiel Massage

  • Unruhe- und Erregungszustände

  • Erkältungskrankheiten, grippale Infekte

  • unreine Haut

  • Wundheilung (Infrarotstrahler)

  • chronische Atemwegserkrankungen

  • Krebserkrankungen

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