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Jeder Sonntag im Jahr: Gedenken an den Tag der Auferstehung Jesu Christi.
 
 

Johanni oder Johannistag ist der Gedenktag der Geburt Johannes des Täufers. Die Johannisnacht ist die Nacht auf den Johannistag, vom 23. auf den 24. Juni. Vielerorts gibt es den Brauch des Johannisfeuers (Zusammenhang mit der Sommersonnenwende). Besonders populär ist der Johannistag im Baltikum, wo er nach Weihnachten der wichtigste Feiertag ist.

Peter und Paul (Heiliger Petrus und Heiliger Paulus) ist der Gedenktag an den Todestag der Apostel und Kirchenväter Simon Petrus und Paulus von Tarsus. Der Tag ist ein katholisches Hochfest, das sich bis in das Frühchristentum der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt. Auch in den orthodoxen und protestantischen Kirchen wird das Fest begangen, und in manchen Regionen ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag. Besonders gefeiert wird das Fest in Österreich und Bayern. Die Orthodoxe Kirche hat vom Pfingstoktav bis vor den Tag Peter und Paul eine Fastenzeit, das Apostelfasten. Diese Fastenzeit ist allerdings weniger streng als die anderen Fastenzeiten.

Mariä Himmelfahrt (katholisches Fest) oder Mariä Aufnahme in den Himmel, ist ein Hochfest der römisch-katholischen Kirche. In der altkatholischen Kirche wird das Fest als Heimgang Mariens begangen. Auch die orthodoxen Kirchen feiern das Fest, aber teilweise an anderen Daten durch die neuen Kalender. Vor allem im süddeutschen Raum finden abends feierliche Gottesdienste mit anschließenden Prozessionen oder Wallfahrten statt. In Italien ist Mariä Himmelfahrt traditionell ein arbeitsfreier Feiertag namens Ferragosto.

Michaelis oder Michaelistag gedenkt dem Erzengel Michael. Im Judentum werden Engel oder „Erzengel“ nicht als eigenständig handelnde Wesen gesehen und unterliegen daher dem Verbot des Götzendienstes. Dagegen gilt Erzengel Michael im Christentum als Bezwinger des Teufels in Gestalt eines Drachen und als Anführer der himmlischen Heerscharen. Nach der kirchlichen Tradition kommt ihm auch die Rolle des „Seelenwägers“ am Tag des jüngsten Gerichts zu. Papst Gelasius I. begründete im Jahr 493 das Fest des heiligen Erzengels Michael, im Volksmund Michaelis genannt. Das Fest feiern bis heute die römisch-katholische, die anglikanische und einige protestantischen Kirchen. Die Ostkirche begeht heute das Fest des heiligen Michael am 8. November. In Ägypten wird das Fest des Erzengels am 12. November begangen. 

Für die Mormonen verkörpert der Erzengel Michael den ersten Menschen Adam und wird als Gottes Ebenbild angesehen. Für die Zeugen Jehovas ist der Erzengel Michael sowohl mit dem Wort Gottes (vgl. Joh 1,1 EU) identisch als auch mit Jesus. Er leistete nach ihrer Theologie Jehova bei der Erschaffung der Welt Hilfe und lebte später als fleischgewordener Menschensohn ein Leben ohne Sünde. Nach seinem Opfertod sei er in seinen ursprünglichen spirituellen Zustand zurückgekehrt. Eine ähnliche Vorstellung findet sich auch bei den Siebenten-Tags-Adventisten, wobei Jesus Christus trotz der Gleichsetzung als „Gott der Sohn“ und damit als Teil der Dreieinigkeit angesehen wird.

Der Reformationstag ist ein evangelischer Feiertag und erinnert an Martin Luther, der an diesem Tage im Jahr 1517 seine 95 Thesen zu Ablass und Buße an die Schlosskirche in Wittenberg gehangen haben soll. Damit leitete er die Reformation der Kirche ein, die im Protestantismus mündete.

Allerheiligen ist ein katholischer Feiertag zum Gedenken an "aller Heiligen", Märtyrer und Verstorbenen. Die Gläubigen besuchen die Friedhöfe und entzünden Kerzen. In den orthodoxen Kirchen ist der Feiertag am ersten Sonntag nach Pfingsten.

Allerseelen dient dem Gedächtnis der Verstorbenen. Durch Gebete, Almosen und Fürbitten sollen die Leiden der armen Seelen, der Verstorbenen im Fegefeuer, erleichtert werden. Das Fest wurde im 10. Jahrhundert von Odilo, dem Abt der Benediktiner von Cluny eingeführt. Es wird vor allem in den Alpenländern mit zahlreichen Volksbräuchen verbunden. In der römisch-katholischen Kirche hat der Allerseelenablass eine besondere Bedeutung. 

St. Martin oder Martinstag, in Teilen Bayerns und Österreich auch Martini, ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Er ist in Mitteleuropa von zahlreichen Bräuchen geprägt.

In der Prignitz beginnt der St. Martinstag mit dem Martinsumzug zur Kirche. Im Gottesdienst wird Brot gebrochen und mit anderen Menschen geteilt. Während oder nach dem Gottesdienst wird auf Plätzen oder Straßen die Geschichte vom St. Martin aufgeführt, wie er hoch zu Ross (Natürlich ein echtes Pferd) seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Der Mantel des St.-Martin-Darstellers wird immer weiter geteilt, bis möglichst jeder der Zuschauer einen Fetzen bekommt, der als Symbol der Mitmenschlichkeit ein Jahr aufbewahrt wird. Anschließend gibt es das St.-Martin-Essen mit Gans, Kartoffelklöße oder Pü und Knieperkohl, der Höhepunkt des Festes.
 
Die Prignitz gehörte nie für den Großteil der Bevölkerung zu den wohlhabenden Gebieten Deutschlands. Ein Huhn zu schlachten oder sich zu leisten, war ein geringeres Problem. Eine Gans war etwas Besonderes. Viele Familien aßen lieber zu Weihnachten Kaninchen, Karpfen oder Huhn, bevor sie auf ihre Martinsgans verzichteten. Und traditionell wurden zu diesem Essen Arme, Kranke, Alte, Andersgläubige oder Fremde eingeladen. 
 
Das St.-Martins-Fest wurde nach dem Verbot der Osterfeuer (angeblicher Brandschutz) durch die ehemalige DDR-Regierung zum wichtigsten Festtag nach Weihnachten. Gegen das Fest des Teilens und des Mitgefühls fiel den damaligen DDR-Oberen nichts ein und so entdeckten sie den „sozialistischen Ansatz“ bei St. Martin und duldeten das Fest. Für die Christen in der Prignitz war das St. Martinsfest eine Möglichkeit, einmal im Jahr unangefochten ihren Glauben zu leben, zumal viele Atheisten und Kommunisten dem Fest beiwohnten. Der rote Fetzen des Mantels vom St. Martin-Darsteller war auch ein Symbol des „stillen Protestes“ gegen die Repressalien der DDR-Führung gegen die Kirche. In der ländlichen Prignitz gab es 1989 keine Montagsdemos wie in Leipzig und anderen Städten, aber viele Prignitzer hefteten sich den roten Fetzen des St.-Martinsmantel sichtbar an ihre Kleidung. 
 
Die vier Sonntage vor Weihnachten werden als Advent (lateinisch "Ankunft") gefeiert. 

Nikolaus ist das Fest zu Gedenken des Bischofs von Myra. Nikolaus lebte vermutlich von 270 - 342 in Südwestanatolien. Myra ist ein kleines Örtchen ca. 100 km südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Im 4. Jahrhundert war es allerdings Bischofssitz. Bischof Nikolaus entstammte einer reichen Familie. Doch im Gegensatz zur anderen Oberschicht kümmerte er sich um die armen und kranken Menschen in Myra. Diesen half er sogar teilweise heimlich. Sein ererbtes Vermögen soll er insgesamt unter den Armen verteilt haben. Seine unendliche Hilfsbereitschaft wurde gerühmt und verklärt. 

An seinem Todestag wurden traditionell an diesem Tag die Jungen beschenkt, die Mädchen bekamen Geschenke am Tag der heiligen Lucia. Martin Luther schaffte zunächst das Geschenkeverteilen am 6.12. ab. Dadurch kam es zu dem Brauch, Geschenke an Weihnachten für Kinder zu verteilen und Nikolaus, verschmolzen mit anderen Figuren,  wurde kurzerhand zum Weihnachtsmann. Für Kinder ist es heute Sitte, am Vorabend des 6.12. einen Schuh vor die Tür zu stellen oder Strümpfe aufzuhängen (Früher stellte man allerdings oft auch Teller raus). Am nächsten Morgen sind sie mit Kleinigkeiten gefüllt.
 
In der ostalpenländischen Region, Ungarn, Slowenien, Tschechien und Teilen von Norditalien und Kroatien begleitet der furchterregende Krampus den heiligen Nikolaus. Nikolaus beschenkt die braven Kinder, die unartigen werden vom Krampus bestraft. Der Krampus ähnelt also dem Knecht Ruprecht. Allerdings begleitet Knecht Ruprecht meist alleine den Nikolaus, der Krampus dagegen tritt in Gruppen auf.
 
 

 

Mariä Empfängnis oder die unbefleckte Empfängnis ist ein römisch-katholisches Glaubensdogma, nach dem die Gottesmutter Maria vor jedem Makel der Erbsünde bewahrt wurde. Das heutige Hochfest erinnert an die Jungfrau und Gottesmutter Maria. In Österreich, Liechtenstein, den katholisch geprägten Kantonen der Schweiz, Argentinien, Spanien, Chile, Portugal, Italien und Malta ist Mariä Empfängnis ein gesetzlicher Feiertag. In Bayern war dieser Tag bis einschließlich 1969 ein staatlich geschützter kirchlicher Feiertag, heute jedoch nicht mehr. 
 
Das Fest der Heiligen Lucia wird am 13. Dezember gefeiert. Die heilige Lucia (von lat. lux = Licht) lebte vermutlich von 286 bis 304 in Syrakus auf Sizilien. Sie wurde als Christin denunziert und starb als Märtyrerin unter Kaiser Diokletian. Eine Legende besagt, dass sie auf dem Kopf einen Lichterkranz trug, wenn sie die Armen versorgte, um die Hände frei zu haben. Im Mittelalter erhielten in Europa die Mädchen meist am Luciatag (die Jungen am Nikolaus)  ihre Geschenke. Der Heilige Abend wurde erst ab dem 16. Jahrhundert als Gabentag eingeführt. In Schweden blieb das Fest der heiligen Lucia trotz Reformation ein besonderer Feiertag mit der Darstellung der heiligen Lucia, Tragen weißer Gewänder, traditionellem Gebäck und Gesang. 

 

 

Heiligabend oder der Heilige Abend am 24. Dezember ist der Vorabend des Weihnachtsfestes und beendet die Adventszeit. Nach dem antiken Kalender endete der Tag mit dem Sonnenuntergang. Damit gehörte der Abend des 24.12. liturgisch bereits zum Weihnachtstag. In Europa wird zumeist Heiligabend im familiären Kreis mit Bescherung und Festessen begangen. In den meisten englischsprachigen Ländern werden die Geschenke allerdings erst am Morgen des ersten Weihnachtstages verteilt. Die Bräuche sind sehr unterschiedlich. In vielen Gegenden Deutschlands gibt es zum Beispiel am Heiligabend eine einfache Mahlzeit wie Kartoffelsalat mit Würstchen. In anderen Gegenden sind aufwendigere Gerichte wie Gans, Ente, Karpfen oder ähnliches üblich. Besonders in eher armen Gebieten war ein verhältnismäßig üppiges Mahl Brauch, weil es einfach für diese Menschen eine Bescherung war, sich einmal satt essen zu können. Viele Familien besuchen am späten Nachmittag oder nachts die Kirche.

Weihnachten 1914 in einem mörderischen Krieg:

Der Heiligabend ist das größte Fest in Deutschland. Heiligabend wird übergreifend gefeiert. Der Heiligabend verbindet die christlichen Religionen. Da das Fest aber noch "nicht direkt" Weihnachten ist, feierten auch zum Beispiel vor dem Nationalsozialismus viele assimilierten Juden in Deutschland das Fest und bis heute Atheisten, Kommunisten, Sozialisten. Nicht unbedingt als Weihnachten, aber als Familienfest und als Fest des Friedens. Heiligabend ist das Fest, was die Deutschen in Deutschland vereint, unabhängig von Herkunft oder Glauben. Heiligabend geht im christlich geprägten Land in seiner Bedeutung weit über den Glauben hinaus und ist deutsche Kultur.

Weihnachten oder Christfest (Hochfest) ist am 25. Dezember und in vielen Staaten ein gesetzlich geschützter Feiertag. Für Christen ist es nach Ostern das höchste Fest und gedenkt der Geburt Jesus Christus. In zahlreichen Ländern gilt das auch für den zweiten Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember, der eigentlich der Stephanstag oder Stefanitag ist und an einen christlichen Mätyrer, den heiligen Stephanus, erinnert.

Das eigentliche Geburtsdatum von Jesus Christus ist nicht überliefert. So wurde seine Geburt bis etwa zum 4. Jahrhundert am 6. Januar gefeiert, wie es heute noch in vielen orthodoxen Kirchen üblich ist. Im Jahre 813 erklärte die Synode von Mainz Weihnachten zu einem allgemeinen kirchlichen Feiertag und legte den 25. Dezember fest. 
 
Der 25. Dezember war in vielen Kulturen dazumal ein Festtag, der Tag der Sonnenwende. Die Römer beispielsweise feierten an diesem Tag ihren Sonnengott Saturn, die Germanen im norddeutschen Raum bis nach Skandinavien ihr Mittwinterfest oder Julfest. Mit der zunehmenden Christianisierung fand das Weihnachtsfest (Ableitung aus dem Hochdeutschen "Ze den wihen nahten" "zu den Heiligen Nächten") eine weltweite Verbreitung. Der christliche Weihnachtsfestkreis beginnt mit dem ersten Advent und endet am 6. Januar am Nikolaus, bzw mit Mariä Lichtmeß am 2. Februar. Mit Weihnachten beginnt das neue Kirchenjahr.
 
Es ist üblich, zu Weihnachten in die Kirche zu gehen. Das machen heutzutage auch traditionell viele Menschen, die normalerweise nicht die Kirchen besuchen. 
 
Das Krippenspiel, dass die Weihnachtsgeschichte erzählt, ist wohl mit einer der ältesten Bräuche. Ab etwa dem 16. Jahrhundert wurde es Brauch, eine Krippe mit den Krippenfiguren zu Weihnachten aufzustellen.

 

Weihnachtskrippe frühes 20. Jahrhundert, Foto AndreasPraefcke

 

Ab etwa 1600 wurden vereinzelt Tannen als Weihnachtsbäume geschmückt, ab ca 1800 hielt er Einzug in gehobenen Bürgerhäusern, zunächst überwiegend im südlichen deutschsprachigen Raum, bis er schließlich weltweit das Symbol für Weihnachten wurde und fester Brauch mit Schmücken, Geschenke unter dem Baum, Einlass der Kinder nach dem Kerzen anzünden, Lieder, etc. Heute finden überwiegend Tannen, Fichten und Edeltannen als Weihnachtsbaum Verwendung. In Norddeutschland war es früher im ländlichen Bereich auch häufig die Kiefer, die mit vergoldeten Zapfen und Nüssen, Äpfeln und Süßigkeiten geschmückt wurden. Am 6. Januar gab es dann das „Baumplündern“ zur Freude der Kinder, die nun endlich die Süßigkeiten vom Baum holen durften. Im Spreewald war der „Dreeboom“ üblich, der aus Holz in Baumform gefertigt war und an eine Weihnachtspyramide erinnert. Der friesische Jöölboom oder Kenkenbuum war angesichts des geringen Baumbestandes besonders auf den Inseln ebenfalls aus Holz gefertigt. In Berlin um die Jahrhundertwende in den Arbeitervierteln gab es ebenfalls aus Platz- und Kostengründen gebastelte Weihnachtsbäume aus Holzleisten.

 

Jöölboom oder Kenkenbuum, Foto Murma174 at frr.wikipedia

 

Weihnachtspyramiden sind eine weihnachtliche Dekoration ursprünglich aus dem Erzgebirge. Sie sind karussellartig aufgebaut und werden mit christlichen Motiven oder weltlichen Motiven ausgeschmückt. Heute ist diese Volkskunst aus dem Erzgebirge weit verbreitet und Bestandteil der Weihnachtsbräuche. 

Weihnachtspyramide auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt 2009, Foto Michael Sander

 

Martin Luther führte, als Abkehr von der Heiligenverehrung den „Heiligen Christ“ als Jesuskind ein. Daraus entstand in vielen Regionen das engelsgleiche Christkind. Im 17. Jahrhundert entwickelten sich daraus weihnachtliche Umzugsbräuche, in denen Maria, Josef und das Jesuskind durch die Straßen zogen. 

Im 18. Jahrhundert brachte der Nikolaus in katholischen Gebieten die Geschenke, das Christkind in evangelischen. Später verschob sich das Schenken auch in den katholischen Gebieten vom Nikolaus auf Heiligabend und das Christkind wurde übernommen, sodass später der Weihnachtsmann vorwiegend im evangelischen Norden und Nordosten die Geschenke brachte, das Christkind im Westen und Süden Deutschlands und in Schlesien. In der Kunstfigur des Weihnachtsmannes sind Elemente aus Nikolaus und Knecht Ruprecht vermischt.

Darstellung Christkind 1893, Quelle Stadt Gottes, Illustrierte Zeitschrift für das katholische Volk, Sammelband 1893, S. 101

 

Weihnachtslieder und -gedichte haben sich in den Weihnachtsbräuchen gehalten. Volkslieder, Kirchenlieder, Heimatgedichte oder Balladen beherrschen dagegen meist nur die älteren Leute, sodass die Weihnachtslieder und -gedichte generationsübergreifend wirken.

 

Zu Weihnachten gehört ein Festessen. Es findet am ersten Feiertag statt, in manchen Gegenden auch Heiligabend. Dabei weichen hier die Bräuche erheblich voneinander ab. Weihnachtsgans, Ente mit Rotkohl und Klößen, Weihnachtskarpfen, Pute oder Truthahn sind überwiegender Brauch in Deutschland. Im Mittelalter gab es das Mettenmahl, einen Schweinebraten. Arme Leute konnten sich nur die Mettenwürste leisten, also Blut- und Leberwürste.

Die Weihnachtsplätzchen und das Backen dieser bedeuten in vielen Familien einen wichtigen und verbindenden Brauch. Der Weihnachts- oder Christstollen ist ein Weihnachtsgebäck mit einer Tradition in Deutschland nachweisbar seit 1329. Allerdings wurde er bis 1491 durch die Fastenzeit nur aus Wasser, Hafer und Rüböl hergestellt.  Leb- oder Pfefferkuchen haben in Deutschland als Weihnachtsgebäck eine ähnlich lange Tradition. Sie waren wegen ihrer langen Haltbarkeit beliebt, konnten gelagert werden und in schlechten Zeiten verteilten die Mönche sie an Notleidende.

 

 
Weihnachten in Polen
 
Weihnachten im Irak und Israel
 
Weihnachten in Kamerun
 
Weihnachten in Litauen - "Memelland"
 
 
 
 
 
Orthodoxe Weihnachten in Russland
 
 
Väterchen Frost in Moskau
 
Erscheinung des Herrn (evangelisch) oder Heilige Drei Könige (katholisch) sind Bestandteil des Weihnachtskreises. Epihanias oder Erscheinung des Herrn ist für evangelische Christen das Erscheinen Gottes in Jesus Christus als "Licht der Welt". Die Katholiken feiern das Dreikönigsfest gemäß Mattäus 2, 12. Die drei Weisen , früher "Könige" genannt, besuchten das Christuskind und offenbarten der Welt die Göttlichkeit Jesu.
 
Kinder verkleiden sich anlässlich dieses Festes als Caspar, Melchior und Balthasar und ziehen als Sternsinger von Haus zu Haus, um die Häuser zu segnen und Spenden einzusammeln. Die Kinder schreiben an die Häuser die Buchstaben C+M+B ("Christus mansionem benedicat" - "Christus segne dieses Haus"). Der Brauch besteht bereits ab dem 16. Jahrhundert. 
 
 
 
Mariä Lichtmeß (katholisches Fest), neue Rechtschreibung Lichtmess,  hat den Hintergrund, dass nach damaligen mosaischen Gesetz ein neugeborenes Kind innerhalb einer bestimmten Frist in den Tempel zu bringen (vgl. Ex 13, 11 - 16; Lev 12, 1 - 8; Jes 8, 14 - 15; 42, 6) sei, was die Eltern Jesu befolgten. Der greise Simeon und die Prophetin Hanna erkannten in Jesu den eigentlichen Herrn des Tempels (Lk 2, 22 - 40). In den Ostkirchen wurde der Tag zu einem „Fest der Begegnung des Herrn”, im Westen wurde es mehr ein Fest Marias durch die „Reinigung Marias” nach den mosaischen Vorschriften. Kerzenweihe und Lichterprozessionen kamen erst später hinzu, wodurch sich der Name „Mariä Lichtmess” einbürgerte. Seit der Liturgiereform nennt man in der Liturgie das Fest „Darstellung des Herrn“. Lichtmess galt früher in der katholischen Kirche als Ende der Weihnachtszeit, weshalb noch heute in vielen katholischen Kirchen und Häusern Krippe und Weihnachtsbaum bis zum 2. Februar stehen.

 

Bewegliche Feiertage

 

Ein Feiertag wird als beweglich bezeichnet, wenn er nicht in jedem Jahr zum gleichen Datum stattfindet. Bewegliche Feiertage haben fast immer einen Bezug zum Kirchenjahr, ihr Datum hängt meist vom Osterdatum ab und hat dann einen fixen Tagesabstand zu diesem. 

Schmerzensmann (Andachtsbild, dass Jesus mit allen Kreuzigungswunden und Seitenwunde lebend und nicht am Kreuz darstellt) mit vier Engeln und Passionswerkzeugen (Kreuz, Dornenkrone, Passionssäule, Nägel, Geißel, Essigschwamm mit Stab, Lanze), Jesu wird als Leidender dargestellt, zu dem der Betrachter eine innere Beziehung aufbauen soll; Kupferstichkabinett Dresden, Meister E. S., Kupferstich um 1460; public domain

 

Die Passionszeit beginnt 46 Tage vor Ostern. Mit Passion (lat: passio = Leiden) wird die Leidensgeschichte Jesus beschrieben. Die Passionsgeschichte beschäftigt sich mit den Gegnern Jesu, seinem Abendmahl, den Verrat durch Judas, seine Enttarnung, das Gerichtsverfahren vor Pontius Pilatus, die Verleugnung von Jesus durch Petrus, die Verurteilung, die Kreuzigung, sein Tod und die Grablegung. Die Passionszeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit Karsamstag. Die Passionszeit ist eine 40tägige Fastenzeit, ausgenommen vom Fasten sind die Sonntage. Im Mittelalter waren die Fastenregeln sehr streng. Außer drei Bissen Brot und drei Schluck Wasser oder Bier durfte man nichts zu sich nehmen. 1486 erlaubte Papst Innozenz VIII. Milchprodukte in der Fastenzeit. Der "Heringsschmaus" war früher eine Alternative zum Fleischkonsum.  Heute besteht das Fasten überwiegend auf den Verzicht von Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch. Als strenge Fastentage gelten eigentlich nur noch der Aschermittwoch und Karfreitag. 
 
 
Das verhüllte Kreuz als Symbol für die Passionszeit; © Bene16  
 
Traditionell werden in der Passionszeit Kruzifixe und Kreuze, manchmal auch Statuen, mit dem Fasten-, Passions-, Palm- oder Hungertuch eingehüllt. In manchen Kirchen hängen in der Passionszeit große Fastentücher vor dem Altarraum. Dem Gottesdienst kann so nur noch akustisch gefolgt werden und versinnbildlicht zum körperlichen ein seelisches Fasten. Die Farbe Violett spielt eine große Rolle als Symbol für Buße, Gebet und Besinnung und soll an den purpurnen Mantel erinnern, der Jesus zum Spott umgelegt wurde. In der Passionszeit sollen traditionell keine Feierlichkeiten, auch keine Hochzeiten stattfinden. Tanzveranstaltungen waren früher in dieser Zeit verboten, Auch das hat sich sehr gelockert, in vielen Regionen sind aber am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag Tanz-, Musik- und Sportveranstaltungen verboten.
 
 
Fastentuch im Freiburger Münster; © Thomas Maier
 
Am Aschermittwoch beginnt in der Katholischen und Evangelischen Kirche die 40tägige Fastenzeit. Am Aschermittwoch werden die Palmzweige des Vorjahres verbrannt und ihre Asche gesegnet. Im Gottesdienst wird den Gläubigen vom Geistlichen ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet oder die Asche auf den Scheitel gestreut. Das soll die Gläubigen an ihre Vergänglichkeit, an Buße und Reue erinnern. Die Orthodoxen Kirchen haben keinen Aschermittwoch, da ihre Fastenzeit bereits am Sonntagabend der siebten Woche vor Ostern beginnt. Für die Protestanten war ursprünglich die Fastenzeit einer der Gründe für die Kirchenspaltung. So wurde 1522 in Zürich die Reformation durch ein Fastenbrechen eingeleitet. Die Reformatoren vermissten eine biblische Begründung für die Fastenregeln der Katholischen Kirche. Evangelische Christen sehen das Fasten eher als freiwillige geistliche Übung. Betreffs des Fastens haben sich Evangelische und Katholische Kirche inzwischen wieder genähert.
 
 
public domain
 
Die Karwoche ist die Woche vor Ostern und für Christen die wichtigste Woche des Kirchenjahres. In der Katholischen Kirche bezeichnet man die Karwoche auch als „stille Woche“. 
 
Der Palmsonntag ist der Sonntag vor dem Ostersonntag und der Beginn der Karwoche. Er erinnert an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem. Nach dem Matthäus­-Evangelium soll das ihm zujubelnde Volk Palmzweige gestreut haben als Zeichen seines Königtums. Palmen galten im Altertum als heilige Bäume, Palmzweige sind Symbol der Märtyrer. In katholischen Kirchen werden Prozessionen mit Palmkätzchenzweigen veranstaltet. Mangels Palmen in unseren Breitengraden griff man auf Palmkätzchen, also Weidenzweige, zurück. Mancherorts werden auch Buchsbaum- oder Wacholderzweige genommen. Die Palmkätzchen werden in der Messe am Palmsonntag geweiht. Nach der Prozession werden sie als Glücksbringer mit nach Hause genommen. Die liturgische Farbe des Palmsonntags ist bei der Katholischen Kirche rot.
 
 
 
Vielerorts wird bei den Prozessionen ein Esel, echt oder als Figur, mitgenommen. Dieser Esel erinnert daran, dass Jesus auf einem Esel in Jerusalem einritt. Der Esel verdeutlichte ihn als Friedensfürst.
 
 
Palmeselprozession um Thaur
 
In der evangelischen Kirche wird der Palmsonntag mit Gottesdiensten gefeiert. In der Neuapostolischen Kirche fanden bis zum Jahr 2011 am Palmsonntag traditionell die Konfirmationen statt.
 
Auch der Gründonnerstag gehört zur Karwoche. Der Gründonnerstag erinnert an das letzte Abendmahl von Jesus mit den zwölf Aposteln vor der Kreuzigung. Ursprung oder Bedeutung der in Deutschland üblichen Bezeichnung "Gründonnerstag" konnte bis jetzt nicht geklärt werden. In der Evangelischen Kirche findet ein abendlicher Abendmahlsgottesdienst statt, der an die Einsetzung des heiligen Abendmahls erinnert. Auch die Katholische Kirche feiert den Gedächtnistag des letzten Abendmahls und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie. In einigen Kirchen, zumeist in Spanien, Portugal oder Italien, wird eine Fußwaschung vorgenommen, angelehnt an das Johannes-Evangelium, in dem berichtet wird, dass Jesus seinen Jüngern die Füße wusch. Am Ende der Messe wird der Altar leergeräumt. Der leere Altar verweist auf die kommenden zwei Tage der Trauer. Bis zur Osternacht verstummen Orgel und Glocken. Manche Kirchen bleiben bis Mitternacht des Karfreitages geöffnet für Anbetungsstunden. Gläubige beten in dieser Zeit, um Jesus auf seinen Leidensweg zu begleiten. 
 
Am Gründonnerstag findet auch die Chrisammesse statt. Nur die Chrisammesse darf als Heilige Messe am Gründonnerstag neben der Feier des Letzten Abendmahl stattfinden. In dieser Feier weiht der Bischof in einer Kathedrale für seine gesamte Diözese das Heilige Chrisam für ein ganzes Jahr. Als Chrisam wird das Salböl bezeichnet, dass in der römisch-katholischen Kirche zur Taufe oder Krankensalbung, bei der Firmung, bei der Weihe eines Priesters, Bischofs, Altars oder von Glocken, Kelchen etc bei ihrer Segnung verwendet wird. Nach der Chrisammesse werden die heiligen Öle an die Gemeinden übergeben. Außerdem wird in dieser Messe an die Weihe anwesender Priester und Diakone erinnert. 
 
 
In den Orthodoxen Kirchen nennt man das Salböl Myron. Das Myron wird ebenfalls am Gründonnerstag (jedoch nach dem Julianischen Kalender) geweiht. Das kirchliche Oberhaupt der Nationalkirche bereitet das Myron mit Assistenz mehrerer Bischöfe zu und weiht es. Anschließend wird es an alle Pfarreien verteilt. 
 
Karfreitag
 
Ostern (März/April) ist das älteste und bedeutendste Fest. Am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond feiern die Christen die Auferstehung Jesu von den Toten.
 

 

Osterbräuche

 

Osterbräuche Polen

 

Osterbräuche Tschechien

 

Osterbräuche Schweiz

 

Sorbische Osterbräuche

 

Christi Himmelfahrt bedeutet die „die Aufnahme des Herrn. Damit ist die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel gemeint. Christi Himmelfahrt wird 39 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert. Darum fällt es immer auf einen Donnerstag zwischen dem 30. April und 3. Juni. Das Fest wird in der katholischen Kirche, der orthodoxen Kirche und der anglikanischen Kirche als Hochfest begangen.
 
Pfingsten (Mai/Juni) gilt als "Der Geburtstag der Kirche". 50 Tage nach Ostern wird die Herabsendung des Heiligen Geistes und die Gründung der Kirche gefeiert. Der Heilige Geist kam in Feuerzungen über die Jünger Jesu und ließ sie in vielen Sprachen reden.

Das Fronleichnamsfest gilt für Katholiken als „Hochfest des Leibes und Blutes Christi" und ist meist mit einer Prozession verbunden. Dieses Fest gibt es nicht in den evangelischen oder orthodoxen Kirchen, Es wird 60 Tage nach Ostern gefeiert.

Das Ernedankfest ist am 1. Sonntag im Oktober. Es wird Gott für die erfolgreiche Ernte gedankt.

 

Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres. Es ist der Tag der Reue für begangene Sünden und zur Umkehr zu Gott.

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres, eine Woche vor dem ersten Advent, feiern Katholiken den Christkönigssonntag, der Jesus in den Mittelpunkt stellt, und die Evangelische Kirche den Totensonntag, ein Gedenktag für die Verstorbenen. 

Die Adventssonntage sind auch bewegliche Feste, die von dem Termin von Weihnachten abhängen. Weihnachten selbst ist an das Datum im Gegorianischen Kalender gebunden, Advent muss aber ein Sonntag sein, sodass es auf den jetzigen Kalender angepasst wird. Der 1. Advent ist der Beginn des neuen Kirchenjahres für die katholische und evangelischn Kirche.