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Es folgen weitere Anwendungen durch Referate der Schüler

Wickel    Quarkwickel   Olivenölwickel   Kartoffelwickel   Ohrenwickel   Lavendelölwickel  Pulswickel                                                                   

public domain, "Die neue Heilmethode von M. Platen"

Wickel
 
Wickel gehören in der professionellen Pflege zur alternativen Pflege, in der Laienpflege sind sie ein häufig angewendetes Hausmittel.  Beim Wickel werden ein oder mehrere Tücher mit einer Substanz (z.B. Flüssigkeit, Salbe, Quark, etc) bestrichen oder durchfeuchtet und um einen Körperteil (Teilwickel) oder dem gesamten Körper (Ganzkörperwickel) gewickelt. Neben den aufgetragenen Wirkstoffen wirkt ein Wickel durch Wärme oder Kälte. Deshalb wird über das Innentuch, je nach Anwendung, eventuell noch ein Zwischentuch gelegt. Ein trockenes, substanzfreies Außentuch schließt den Wickel ab. Bei Wickeln immer an einen Lakenschutz denken wie Gummi- oder Plastiktuch, um das Bett vor Nässe zu schützen.    

Kataplasma: ein Breiumschlag mit einer weichen Paste oder Salbe. Einsatz meist bei Schmerzen, Hauterkrankungen oder Entzündungen.

Peloid: Pastenumschläge aus Moor, Heil- oder Lehmerde, Torf, Schlick, Schlamm, Löss, Kreide oder Sand wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd, entkrampfend und entspannend, da sie zumeist mit Wärme kombiniert sind. Einsatz beispielsweise bei Osteoporose, Rheuma, Nervenentzündungen oder Arthrose,

Feucht-heiße Wickel: die intensive Wärmeeinwirkung sorgt lokal für eine Gefäßerweiterung und regt die Durchblutung an. Dadurch wirken sie entkrampfend und entspannend.

Temperierte Wickel: die körperwarmen Wickel transferieren zugesetzte Wirkstoffe in die Haut und wirken entspannend.

Kalte Wickel: sie wirken gefäßverengend, abschwellend, wärmeableitend und schmerzlindernd. Wirkstoffe können den kühlenden Effekt verstärken, wenn sie schneller verdunsten als Wasser. Wadenwickel bei Fieber sind sehr häufig angewandte Wickel.
 


 

Marvin

 

Quarkwickel

Kalter Quarkwickel

  • Gelenkschmerzen
  • Gelenkentzündungen,
  • Prellungen
  • Verstauchungen,
  • Halsschmerzen,
  • Hauterkrankungen (zum Beispiel Sonnenbrand)
  • Schwellungen
  • Insektenstich
  • Kopfschmerzen

 
Zubereitung
Speisequark (Fettstufe unerheblich) auf ein Baumwoll- oder Leinentuch (Mullkompressen werden auch oft empfohlen, sind aber eher ungeeignet, da der Quark durchquillt) flächig streichen. Die Quarkschicht sollte eine Dicke von einem halben Zentimeter haben. Das Tuch falten. Den Wickel auf der betroffenen Hautstelle oder Gelenk fixieren. Bei Halsschmerzen keinen Wickel über der Halswirbelsäule. Nach etwa 30 bis 40 Minuten abnehmen. Kann mehrmals am Tag eingesetzt werden. 
 
 
Warmer Quarkwickel
  • Husten
  • starker Reizhusten
  • Bronchitis
  • Kiefernhöhlenentzündung
  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • Gelenkschmerzen
Den Quark auf Körpertemperatur erwärmen und wie beim kalten Quarkwickel zubereiten und auf der Brust mit einem Außentuch rings um den Brustkorb fixieren. Der Quarkwickel sollte so lange angelegt bleiben, bis der Quark zu trocknen beginnt (oder der Patient ihn als unangenehm empfindet). Anschließend die Haut gut abtrocknen, Patienten warm zudecken und 15 Minuten nachruhen. Anwendung einmal täglich. 
 

Zu beachten: zwischen Quark und Haut muss eine Stoffschicht liegen.

Nicht auf offene Wunden legen, Infektionsgefahr.
Quark nicht direkt auf die Haut auftragen, lässt sich schwer von den Körperhaaren lösen.
 
 
 
 
Olivenölwickel 
 
Husten (Wirkt schleimlösend, Hustenlöser)
 
Kaltgepresstes Olivenöl auf Körpertemperatur erwärmen. Auf Brust und Rücken einmassieren. Angewärmtes Baumwoll- oder Leinentuch um den Brustkorb wickeln, darüber ein warmes Frotteehandtuch, eine Wärmflasche auf die Brust legen und Patienten etwa eine Stunde gut zugedeckt im Bett ruhen lassen. Eine Reaktion mit kurzfristigem extremen Hustenreiz ist normal.
 
 
 
Kartoffelwickel


Der Kartoffelwickel hilft bei trockenem Husten, Halsscherzen, Bronchitis, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, chronische Gelenkschmerzen oder bei Beginn einer Erkältung. Er wirkt stark erwärmend und wärmespeichernd. Dadurch hat er auch eine schmerzlindernde Wirkung.  

Zutaten: etwa drei bis vier Kartoffeln (variiert nach der zu bedeckenden Fläche), Küchenrolle, Innentuch, Außentuch, Lakenschutz
 
Für den Kartoffelwickel werden die ungeschälten Kartoffeln weichgekocht. Über den Lakenschutz, der das Bett vor Nässe und Verunreinigungen schützen soll, wird das Außentuch gelegt. Darüber kommt das Innentuch. Die heißen Kartoffeln werden zügig zwischen zwei Papierlagen der Küchenrolle zerquetscht und in das Innentuch gelegt und so eingeschlagen. dass die Kartoffelmasse nicht herausquellen kann. Es muss unbedingt auf die Temperatur der Kartoffeln geachtet werden, zumal sie innen heißer wie außen sein können. Das Innentuch mit der Kartoffelfüllung wird mittig auf Brust oder Rücken gelegt und anschließend das Außentuch darüber gewickelt.

Der Kartoffelwickel kann einmal täglich angewendet werden und verbleibt solange, wie es als angenehm empfunden wird, maximal eine Stunde. Danach sollte man mindestens 15 Minuten nachruhen.
 
Gegenanzeigen: Kleine Kinder, Menschen mit forgeschrittener Demenz oder geistiger Behinderung, Frischoperierte (eventuell gestörtes Temperaturempfinden oder nicht die Möglichkeit, sich mitzuteilen betreffs Temperatur), bei offenen Wunden (nicht steril) und unklaren Symptomen.
 
 
 
Ohrenwickel

Der Ohrenwickel hilft bei starken Ohrenschmerzen.

Zutaten:
Eine Zwiebel, Innentuch, meist ein Stofftaschentuch aus Baumwolle, Außentuch (kann auch eine  Mütze, Schal oder Halstuch sein), zwei Wärmflaschen, einen Faden.
 
Die Zwiebel wird in 1cm dicke Scheiben geschnitten und in das Stofftaschentuch gewickelt. Mit dem Faden bindet man das  Stofftaschentuch zu. Das Ganze legt man zwischen zwei Wärmflaschen zum Erwärmen. Dann legt man das Zwiebelpäckchen auf das Ohr (vorher Temperatur überprüfen) und schließt mit einem Außentuch ab. Die Anwendungszeit richtet sich danach, wie lange der Wickel als angenehm empfunden wird, meist 30 Minuten. Es kann zwei bis dreimal täglich angewendet werden.
 
 
Lavendelölwickel

Der Lavendelölwickel hilft bei Unruhe, Nervosität, Husten, Fieber oder Schmerzen. Lavendelöl ist ein sehr mildes Öl und durch seine beruhigende Wirkung auch für kleine Kinder geeignet.
 
Zutaten: 2%iges (Säuglinge) - 10%iges (Erwachsene) Lavendelöl, Innentuch (das in der Länge um den ganzen Oberkörper passt), Gefriebeutel, zwei Wärmflaschen, Außentuch, Lakenschutz.

Das Innentuch wird gleichmäßig mit dem Lavendelöl beträufelt und anschließend in einen Gefriebeutel gepackt. Der Beutel wird zum Erwärmen geschlossen, damit nicht die ätherischen Öle verloren gehen. Anschließend wird der Beutel zwischen zwei Wärmflaschen zum Erwärmen gepackt. Wenn er die als angenehm empfundene Temperatur erreicht hat, wird der Wickel um den Brustkorb gewickelt und mit dem Außentuch fixiert. Der Wickel kann mehrere Stunden angewendet werden, sogar über Nacht. Er wirkt schleimlösend und beruhigend.
 
 
Pulswickel

Der Pulswickel wird bei Fieber, Kreislaufproblemen oder Kopfschmerzen angewendet. Er ist fiebersenkend und kreislaufanregend.
 
Zutaten: etwa 100 ml Wasser, etwas Essig oder Zitronensaft, 2 Innentücher, die etwa dreimal um ein Hand- oder Fußgelenk gelegt werden können, aus Baumwolle, 2 Außentücher aus Wollstoff

Der Wickel sollte circa 3°C unterhalb der Körpertemperatur liegen.
 
Die Innentücher gut anfeuchten und auswringen und um Hand- oder Fußgelenke legen. Mit den Außentüchern befestigen. Den Klienten gut beobachten. Die Wickel etwa 10-20 Minuten belassen, bei hohem Fieber ist die Auflagezeit kürzer. Die Anwendung kann bis zu 3 mal täglich wiederholt werden.